Die Demokratie gehört uns! – Jugendwahl an der Gesamtschule Rödinghausen
© Juniorwahl 2022
 
Schüler:innen im schulinternen Wahllokal bei der Stimmenabgabe
Das Gemeinwesen – der Staat – wird durch den Willen der Bürger regiert: Alle vier Jahre werden sie daher aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, um zum Ausdruck zu bringen, welche politische Partei die Geschicke des Landes lenken soll. Auch in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland mit knapp 18 Millionen Einwohnern, fand am 15. Mai 2022 wieder eine Wahl zum Landtag statt – für alle Wahlberechtigten ab 18 Jahren.

Politische Teilhabe will aber bereits früher eingeübt werden. An der Gesamtschule Rödinghausen ist daher der Aufbau des politischen Systems fester Bestandteil des schulinternen Lehrplans der Fachschaft Gesellschaftslehre. „Anlässlich der nordrhein-westfälischen Landtagswahlen wollten wir aber noch etwas konkreter werden“, meint Benedikt Urner von der Schulsozialarbeit, „und haben an der Jugendwahl in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Alle Schüler der 8. bis 10. Jahrgänge waren aufgerufen, am 12.05. von 1. bis zur 4. Stunde die Landtagswahl zu simulieren und ihren Wahlzettel einzuwerfen.“ Dafür waren im Unterricht Parteiprogramme und Ablauf der Wahl simuliert worden, um schließlich eine Wahlentscheidung bei den Jugendlichen herbeizuführen.

Die Juniorwahl fand allerdings nicht nur in Rödinghausen statt. Seit 1990 haben bereits über 3,8 Millionen Schüler teilgenommen, und zwar bei Bundestags-, Landtags- und Europawahlen. Wie verschiedene wissenschaftliche Studien zeigten, erhöht sich durch sie die Bereitschaft der jungen Menschen, dann auch als Volljährige ihre Stimme abzugeben. Auch die Zahl der Eltern, die zur Wahl geht, steigt, wenn Schulen an Juniorwahlen teilnehmen.

Ähnliche Effekte konnten auch an der Gesamtschule Rödinghausen festgestellt werden: Insgesamt beteiligten sich 64,47 % aller Schüler der betreffenden Jahrgänge, was die Wahlbeteiligung bei der echten Wahl deutlich überbot. An der Gesamtschule Rödinghausen fielen die Ergebnisse im Vergleich zu den Ergebnissen der „richtigen“ Landtagswahl unterschiedlich aus. Bei den Zweitstimmen landete die SPD vor CDU und FDP. Die Grünen erhielten ein unterdurchschnittliches Ergebnis.

Insgesamt zogen alle Beteiligten ein positives Ergebnis der Jugendwahl. „Es ist uns gelungen, den Jugendlichen die Bedeutsamkeit der Wahl vor Augen zu führen. Dass sich so viele beteiligt haben, ist ein schönes Zeichen“, meint Benedikt Urner.

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