Argentina de visita en Rödinghausen – Argentinien zu Besuch an der Gesamtschule
Im Februar hatten wir, also die Spanischkurse von Herrn Gomes aus dem 12. und dem 13. Jahrgang, Besuch von Ramiro aus Argentinien. Bei Argentinien denkt man natürlich erst einmal an Rindfleisch, Messi oder Tango. Das südamerikanische Land erstreckt sich über drei Klimazonen und ist Heimat von Tieren wie Alpakas im Norden bis hin zu Walen und Pinguinen im Süden. Doch was hat das Land noch zu bieten? Dies haben wir durch Ramiro erfahren dürfen.

Ramiro ist Cordobese. Kommt also aus der im Inland gelegenen Großstadt Córdoba. Er hat 2019 in Argentinien seinen Schulabschluss gemacht, den man dort “bachillerato“ nennt, und studiert seitdem Geologie an der „Universidad nacional de Córdoba“ (UNC). In seinen Sommerferien, von Dezember bis Februar, hat er mit seinem Cousin Matteo eine Europareise durch einige Länder gemacht und uns mittendrin einen Besuch in Rödinghausen abgestattet. Man könnte sich vielleicht fragen: Was sucht jemand vom anderen Ende der Welt im „Nirgendwo“? Ramiro wollte gerne hautnah erfahren, wie Schule bei uns in Deutschland läuft. Aus diesem Grund hat er vier „normale“ deutschsprachige Unterrichtsstunden miterleben und in zwei verschiedenen Spanischstunden seine Heimat Argentinien vorstellen dürfen.

Jedoch ist die Definition von „normal“ natürlich relativ. In Argentinien werden nämlich an allen Schulen einheitliche Schuluniformen getragen, was für uns vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig wäre. Außerdem sind Ramiro sofort die zahlreichen Smartboards oder Prowise-Boards in den Klassenräumen aufgefallen und er hat bemerkt, dass alle Schülerinnen und Schüler mit iPads ausgestattet sind. In Argentinien wäre dies unvorstellbar. Das Schwellenland hat im Bezug auf Bildung andere Voraussetzungen und weitaus schlimmere Probleme als Digitalisierung in den Schulen. In den letzten Jahren hatte Argentinien mit hohen Inflationsraten zu kämpfen und zurzeit ist der argentinische Peso 0,0084 € wert. Besser gesagt: Man kann sich mit einem Peso in Argentinien nichts kaufen außer vielleicht ein „caramelo” (Bonbon). Die kritische Wirtschaftssituation Argentiniens lässt uns erinnern, wie gut wir es eigentlich haben.

Ramiro hat uns vom argentinischen Nationalgetränk, dem Mate-Tee, bis hin zum argentinischen Fußball vieles erzählt und in die Vielschichtigkeit des südamerikanischen Landes eingeführt. Bei dem Thema Fußball wurde er gefragt: „Ronaldo oder Messi?“. Als stolzer Argentinier war seine Antwort:„¡Claro que Messi!“. Außerdem wurde Ramiro zu seinem Lieblingssteak befragt und erzählte uns daraufhin eine interessante Begebenheit. Er habe in Deutschland sogar besseres, aus Argentinien importiertes Steak gegessen, da das Land die beste Ware für den eigenen ökonomischen Profit in Industriestaaten exportiere.

Nach den zahlreichen Informationen über Argentinien hatten wir am Abend noch die Möglichkeit Ramiro bei einem Kurstreffen im mexikanischen Restaurant „Mexim‘s“ in Bünde etwas genauer kennenzulernen. Er, als Argentinier, fand es sehr kurios, dass man sich in Deutschland auch zu Kurstreffen außerhalb der Schulzeit trifft, um sich als Kurs auch mal über Privateres auszutauschen. Auf der Fahrt dorthin saßen wir zu viert mit Ramiro im Auto und unterhielten uns gemischt in Spanisch, Englisch und Deutsch und hörten Musik in mehr als drei Sprachen. Durch unseren Austausch über Musik und Kultur auf der Fahrt haben wir eindeutig mehr connected und obwohl die Fahrt, aufgrund einer Baustelle, doppelt so lange war, ging sie wie im Flug vorbei. Beim Kurstreffen wurde sich dann über kulturelle Unterschiede oder persönliche Interessen, z. B. am Erlernen von Fremdsprachen, unterhalten.

Corinna, Jahrgang 12
 
 
 
 

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