Exkursion zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945
Am 14. Januar 2015 nahmen insgesamt 29 Oberstufenschüler des 13. Jahrgangs an einer Exkursion zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945 teil. Jeweils ein Leistungs- und ein Grundkurs im Fach Geschichte hatten sich zum Ziel gesetzt, die ideologische und praktische Herrschaft der Schutzstaffel (SS), die im Nationalsozialismus quasi als bewaffnete Macht und Staatsterrororganisation fungierte, näher kennenzulernen. Der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, war eher zufällig bei einem Wahlkampf auf die Dreiecksburg im Paderborner Land aufmerksam geworden und beschloss, diese zu einem symbolischen Preis zu mieten und zu einem Schulungszentrum umzugestalten.

Heute beherbergt die Wewelsburg unter anderem eine umfangreiche Ausstellung zu Terror und Ideologie der SS – dargestellt anhand von Ausstellungsstücken, Darstellungen über die Geschichte der SS im Nationalsozialismus sowie Informationen zu den Biografien von Tätern und Opfern. In Wewelsburg befand sich nämlich gleichfalls ein Konzentrationslager, das von der dort ansässigen SS verwaltet wurde.

Die Schüler erhielten einen umfangreichen Einblick in die Ideologie dieser Organisation: Vorangestellt war ein kleiner Dokumentationsfilm, in dem die propagandistische Sicht auf „den“ SS-Soldaten dargelegt wurde. Bewusst inszenierte die NS-Medienwelt die SS als heroisch, körperlich durchtrainiert und tugendhaft auftretend. In der Wirklichkeit, so konnten die Schüler lernen, waren die Zugangsvoraussetzung zur SS längst nicht so strikt. Diese Unterscheidung zwischen Anspruch und Wirklichkeit zog sich wie ein roter Faden durch die Ausführungen des Historikers Norbert Ellermann, der die Gruppe museumspädagogisch betreute.
Als Fazit konnte gezogen werden, dass die SS längst nicht so eine elitäre Truppe war, wie es auch heute noch gemeinhin angenommen wird, sondern dass tatsächlich viel mehr Männer zu Tätern werden konnten. Eine wichtige Rolle spielten dabei Identifikationsangebot und Zugehörigkeitsgefühl, die in Menschen angelegt sind und an die sich die propagandistische Inszenierung der NS-Werbung richtete.
Auch wurden die Schüler mit der Aktualität dieser Mechanismen vertraut gemacht: nationalsozialistisches Gedankengut – aber auch ideologisch anders gefärbter Terror – suchen auch heute auf diesem Weg ihren Eingang in die Köpfe.
Schon zum zweiten Mal konnte die Gesamtschule diesen lehrreichen außerunterrichtlichen Lernort aufsuchen, um auf diese Weise den klassischen Unterricht zu ergänzen.



Auf dem angefügten Foto sind folgende Schüler zu sehen:
aus dem Grundkurs Seyma Azattemür, Michael Blaz, Ebru Dündar, Sophia Gerdes, Jonah Johanniemann, Vanessa Kindlieb, Arne Klußmann, Johannes Koch, Sonja Möllenberg, Anne Möntmann, Sarah Nedderhoff, Angus Malcolm Sanker, Sandra Schwarze, Patrick Strunk, Philipp-Marvin Stukenbrock, Paul Vielstädte
aus dem Leistungskurs Chelsea Boulton, Frauke Buletta, Annika Kerski, Kristin Lindenblatt, Hanna Lohse, Lena Menke, Daniel Niederbockstruck, Mona Nobis, Luca Oehmke, Dario Pösse, Jasmin Schwark, Friederike Sellenriek, Stefanie Sparensmeyer, Friederike Warnecke
Fachlehrer Holger Boetzel und Norbert Ellermann von der Gedenkstätte
nicht im Bild Fachlehrer Manuel Kapetschny
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