Wir geben Kindern Zukunft
Gesamtschule der Gemeinde Rödinghausen

Chile im Klassenraum

Isabel Lipthay mit Schülern des KursesChile. Ein ganz besonderes Land in Südamerika. Der Spanischkurs des 13. Jahrgangs von Frau Berelsmann zeigte dies in einer etwas anders strukturierten Unterrichtseinheit. Vor allem standen hierbei freies Arbeiten und neue Präsentationsformen im Vordergrund. Hierdurch sollten die Mitschüler die spanischen Vokabeln besser und praxisnah erlernen. Knapp sechs Wochen umfasste die Projektarbeit.

Das Besondere: Am Ende bekam der Spanischkurs Besuch von der gebürtigen Chilenin Isabel Lipthay. Isabel ist aber nicht nur gebürtige Chilenin, die viel über Land und Leute weiß, sie war auch hautnah dabei, als es in Chile zu einer Diktatur kam und sich das vorher freie Leben schlagartig veränderte.

Passend hierzu hielt eine Gruppe eine Präsentation über die Geschichte von Chile und Victor Jara, ein Sänger und Kommunist, der in seinen Liedern über die gesellschaftlichen Ungleichheiten sowie die politischen Skandale gesungen hat. Das Lied von Victor Jara über das Massaker in Puerto Montt sang dann der ganze Kurs.

Isabel berichtete danach von ihrer Zeit in Chile. Das war für viele der Schüler bereits am Abend vorher bei einem großen Kennenlernen mit Isabel und den Schülern sehr berührend. Bei diesem Kurstreffen gab Isabel schon einen kleinen Einblick in das, was sie alles erlebt hat. Aber was am nächsten Tag noch folgen würde, damit rechnete kaum einer. Denn am nächsten Tag in der Schule erzählte sie davon, wie selbst in ihrer Familie unterschiedliche Ansichten herrschten und wie gefährlich es war zu seiner Meinung zu stehen. Denn viele, die sich gegen die neue politische Ordnung Salvador Allendes aussprachen, wurden unter Pinochet entführt, verschleppt und umgebracht. Für viele Schüler kaum vorstellbar. „Wie im Film“, benannte eine Schülerin das Erlebte von Isabel.

Andere Gruppen präsentierten von einem Reiseführer für Sportler über eine Talentshow. In dieser ging es um den Sieg beim „Talento Chileno“, dem chilenischen Supertalent. Die Schüler als Kandidaten verkleidet zeigten hier ihre Kochkünste bei einem Nationalgericht, erklärten das Nationalgetränk Chiles beim Zaubern und malten die Flagge aus Sand. Auch der Nationaltanz „Cueca” wurde gezeigt und dieser überzeugte die kritische Jury. Diese entschied sich für den goldenen Buzzer und die Tänzer wurden das neue „Talento Chileno“.

Am Ende hatte jede Gruppe, trotz unterschiedlicher Präsentationen und Themen, das Gefühl Chile jetzt auf eine ganz besondere Art und Weise kennengelernt zu haben. „Die Projektarbeit war viel intensiver“, sagte ein Schüler und auch vor allem der Besuch von Isabel Liphtay bleibt im Gedächtnis. Die Schüler freuten sich über diese gelungene Unterrichtsreihe und bedankten sich: „Danke für das schöne letzte Spanischjahr, das werden wir nicht so schnell vergessen.“

Von Marvin, Marie und Maren


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