Wir geben Kindern Zukunft
Gesamtschule der Gemeinde Rödinghausen

Auf dem Weg in eine bessere Zukunft? – an der Gesamtschule Rödinghausen liest Autor Dirk Reinhardt aus seinem Jugendroman Train Kids

Der Autor Dirk Reinhardt bei einer Lesung von Train Kids vor SchülernSchicksale, wie sie hierzulande kaum vorstellbar sind, verarbeitet Autor Dirk Reinhardt in seinem Jugendroman Train Kids, den er vor knapp 120 Siebtklässlern am 19. März in der Gesamtschule Rödinghausen vorstellte: Was soll man als Jugendlicher machen, wenn die Mutter in den USA arbeitet, man selbst aber in Lateinamerika wohnt und zu ihr möchte? Legal ist eine solche Reise nicht, und zudem ist Geld dafür nicht vorhanden. Das wissen auch Fernando, Miguel, Jaz, Emilio und Ángel, die Hauptfiguren des Romans, die trotz aller Widrigkeiten die Reise in die USA wagen wollen: Sie wählen den Güterzug als  Transportmittel.

Zwei Szenen standen bei der Lesung im Zentrum: Zunächst drehte sich alles um die erste Fahrt mit dem Güterzug. Würde das Aufspringen auf den anfahrenden Zug gelingen? Wie würden sie in den USA empfangen werden? Auch die Fahrt selbst wird zur Qual: Hunger und Durst quälen die Fünf. Es lauern weitere Gefahren, wie die andere vorgelesene Szene zeigte. Polizisten wollen die jugendlichen Reisenden wieder zurückschicken und schrecken vor Gewalt nicht zurück, lassen sich aber schließlich doch bestechen. Ángel gibt sich als Junge aus, um keine sexuellen Übergriffe erleiden zu müssen.

Dirk Reinhardts stimmungsvoller Vortrag zu seinem auch tagespolitisch hochaktuellem Roman – Migration ist weltweit eines der zentralen Themen der Gegenwart – führte bei vielen Schülern zu Nachdenklichkeit. „Wie sind Sie eigentlich auf dieses Thema gekommen? Wie kann man sich in diesen Stoff einarbeiten?“, lauteten dann auch die Nachfragen. In der Tat habe er beim Schreiben der Train Kids konkrete Jugendliche vor Augen gehabt, deren Schicksale er aber nicht direkt übernommen habe, gab Dirk Reinhardt zur Antwort. 2003 hatte er zum ersten Mal über die jungen Migranten in Mexiko gelesen. Irgendwann beschloss er dann, seine eigenen Recherchen zu beginnen, und begab sich nach Mexiko. Dort folgte er mit dem Auto über mehrere hundert Kilometer der Bahnstrecke gen USA, um Kontakte mit Jugendlichen zu knüpfen, die den Sprung Richtung Norden schaffen wollten. Was er da gesehen habe, habe ihn traurig gestimmt, antwortete Dirk Reinhardt auf Schülernachfrage.

Mit seinem Roman bezweckt er, auf das Schicksal dieser Jugendlichen hinzuweisen. Die Train Kids sind mittlerweile auch auf Spanisch erschienen. Um noch mehr Aufmerksamkeit zu erringen, hofft der Autor, dass sein Roman irgendwann auch auf Englisch erscheinen kann, damit ihn auch die Menschen in den USA lesen können.

An der Gesamtschule Rödinghausen jedenfalls konnte er Interesse am Schicksal jugendlicher Migranten wecken: Einige Schüler kündigten gegen Ende der Lesung direkt an, sich den Roman selbst durchzulesen.


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