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Gesamtschule der Gemeinde Rödinghausen

„Baden im Toten Meer“?! – Poetry Slam an der Gesamtschule Rödinghausen

Alle Teilnehmer des Slams mit Vertretern der Sparkasse und der Fachkonferenzvorsitzenden Gesine Höpfner„Jeder, der auf der Bühne stand, hat schon gewonnen“, freut sich Siegfried Lux von der Stiftung der Sparkasse Herford. Er selbst ist gerade Zeuge geworden, wie 14 Mädchen und Jungen des sechsten Jahrgangs auf der Bühne der Gesamtschule Rödinghausen „geslammt“ haben. Poetry Slam – das ist eine moderne Form des Dichterwettstreits, bei dem Künstler selbst geschriebene Texte vor einem Publikum präsentieren. Dabei ist (fast) alles erlaubt: Es darf gereimt und gerappt, geleiert und getragen gesprochen werden. Dann ist es das Publikum, das durch seine Gunst über die abschließende Bewertung entscheidet.

Bereits zum wiederholten Male nahmen Sechstklässler der Gesamtschule Rödinghausen am 27.06.2018 an einem Poetry Slam teil. In einem mehrstündigen Seminar hatten sie – teils alleine, teils in Gruppen – Texte zu ganz unterschiedlichen Themen entworfen. Die Spannbreite der Themen reichte von dem Bären auf Diät über Wünsche hier, Wünsche da, Kommunikationsprobleme bis hin zur Freundschaft. „Freund-schaft, Freunde schaffen? Warum nicht Freundtracht?“, lauteten die Reflexionen einer Schülerin zum alles entscheidenden Thema der Jugend.

Die Gewinner waren tatsächlich alle teilnehmenden Schüler! „Spricht dich aus!“ heißt das Projekt, das die Lektora GmbH aus Paderborn in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Literaturbüro in Unna an der Gesamtschule durchführte. Ziel des Projektes ist es, bei den Teilnehmern den Spaß an Literatur zu wecken und eigene literarische Texte zu schaffen. Auch die nachhaltige Stärkung der individuellen Sprach- und Schreibkompetenz der Schüler steht bei dem Programm im Mittelpunkt. Dass das nachdrücklich gelang, konnte an den Reaktionen der zuschauenden Klassenkameraden abgelesen werden. Lang anhaltender Applaus war die Quittung für Mühen und Mut der jugendlichen Künstler.

Am besten schnitt beim Publikum Donald Trumps „Tagebuch“ ab: „I bims, Donald Trump“ hieß es in dem Poetry Slam von Malena Petring, in dem der US-Präsident seinen Freund Benjamin Netanjahu in Israel besucht. Leider endet der Besuch mit Missverständnissen, so dass das Baden im Toten Meer mit dem Hashtag #FakeFreunde und #FakeNews endet. Abgestimmt wurde mithilfe von Punktetafeln, die einzelne Schüler im Publikum erhielten. Dort konnten sie nach jedem Beitrag eine Zahl von 1 bis 10 auswählen, die für die jeweiligen Punkte stand, die vergeben werden sollten.

Moderiert und in den insgesamt sechststündigen Seminaren vorbereitet wurde der Poetry Slam von Sarah Lau, die selbst als Poetry Slammerin auftritt und im Jahr 2015 das U20-Finale in Regensburg gewinnen konnte. Die Paderborner Studentin war begeistert über das Engagement der Kinder: „An vielen anderen Schulen betreue ich Poetry-Slam-Projekte. Es ist schon außergewöhnlich, mit wie viel Motivation die Sechstklässler zu Werke gegangen sind. Meistens habe ich allerdings mit älteren Schülern zu tun. Auch die Qualität der Beiträge hat mich überzeugt.“

Gesine Höpfner, Fachkonferenzvorsitzende für Deutsch, zeigte sich vom Erfolg des Projektes ebenfalls überzeugt: „Der Poetry Slam kann dazu beitragen, Freude der Schüler am Literaturunterricht zu wecken. Etwas Besseres kann uns als Deutschlehrer nicht passieren!“ Ihr Dank galt insbesondere auch der Stiftung der Sparkasse Herford, die den Workshop mit 500 Euro unterstützte.


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